Daria Spögler

„doppelpunkt" Ein inklusives Gesellschaftsspiel zur Unterstützung gelingender Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Seheinschränkungen

Betreuerin: Mag.a Dr.in Margarita Köhl, MAS 

In einer Welt, die durch visuelle Gestal tung geprägt ist, entstehen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen Barrieren, die eine vollwertige Teilhabe an der Gesellschaft verhindern. Solche Hürden entstehen nicht nur in der körperlichen Fortbewegung, sondern genauso in der Kommunikation. Unsere Wahrnehmung von Menschen mit Seheinschränkungen ist geprägt durch stereotype Bilder, die durch kulturelle und historische Einflüsse bedingt sind. Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Kommunikationsbarrieren zwischen Menschen mit und ohne Seheinschränkungen entgegengewirkt werden kann und untersucht die Rolle, die das Design dabei einnehmen muss. Es wird das Ziel verfolgt, einen Beitrag zur Stärkung der Erfahrung von Selbstwirksamkeit von Menschen mit Seheinschränkungen, sowie deren Einbindung in die Gemeinschaft, zu leisten. Diese Arbeit untersucht und zeigt an einem Beispiel, wie die Konzeption eines Spiels einen Ansatz für Multisensorisches und lnklusives Design darstellt. Das Medium „Spiel” wird in dieser Arbeit als Kommunikationsformat verstanden und beschrieben. Durch gestalterische Intervention – in Form des inklusiven Gesellschaftsspiels „doppelpunkt” – lassen sich Wahrnehmungsunterschiede aufzeigen und in weiterer Folge ein Verständnis für Vorstellungen und persönliche Wirklichkeiten anderer entwickeln. Basierend auf der Methode des lnklusiven Designs wird ein Raum geschaffen, der dazu einlädt, sich auf spielerische Weise mit der eigenen Wahrnehmung, sowie der Konstruktion der Wirklichkeit und den Vorstellungen anderer Menschen auseinanderzusetzen und sich diesen zu öffnen. Durch die Entwicklung eines neuen, haptischen Symbolsystems werden gleichwertige Bedingungen für alle geschaffen und gelingende Kommunikation zwischen Menschen mit und ohne Seheinschränkungen unterstützt. Die Evaluation der Arbeit, sowie des Spiels „doppelpunkt” im Speziellen, fand in Form von Spiel-Testings unter teilnehmender Beobachtung sowie anschließenden narrativen Interviews statt, welche anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse zu Wahrnehmungsunterschieden von Menschen mit und ohne Seheinschränkungen, sowie der tiefe Einblick in die Entwicklung des haptischen Symbolsystems, können zur Weiterentwicklung von Methoden des lnklusiven Designs beitragen.